Während die heimischen Auwaldstechmücken aufgrund extremer Trockenheit nahezu ausblieben, erlebte die Asiatische Tigermücke in dieser Saison einen regelrechten Boom mit großen Aufkommen und vielen Neufunden. Hinter der KABS liegt eine Stechmückensaison der Extreme.
Die KABS blickt auf eine besondere Saison zurück, die es so nur sehr selten gibt: die langanhaltende Trockenheit führte zu extrem niedrigen Rheinwasserständen was wiederum das Ausfliegen von heimischen Auwaldstechmücken stark einschränkte. Keine einzige Gebietsweite Kampagne führte die Stechmückenbekämpfer dieses Jahr in den Auwald, denn die Larven der dortigen Stechmückenarten mussten mangels Wasser in ihren Eiern ausharren.
Die Trockenheit führte zu Rekordwerten an Niedrigwasserständen und sorgte weit über das offizielle Ende der Bekämpfungssaison hinaus für ausgetrocknete Altrheinarme und verlandete Flusszonen. Selbst jetzt im November hat sich der Oberrhein noch nicht erholt, noch immer herrscht Niedrigwasser das noch Monate lang anhalten wird. Die Grundwasserstände erholen sich nur sehr langsam, möglicherweise werden die Folgen der extremen Trockenheit bis zur nächsten Stechmückensaison spürbare Auswirkungen haben, etwa für die Sumpfwaldstechmücken deren Brutstätten insbesondere vom Grundwasserspiegel in Bruchwäldern beeinflusst werden.
Was die Belästigung durch heimische Auwaldstechmücken anbelangt, hatten Menschen der Oberrheinregion also ein sehr ruhiges Jahr.
Anders sah es jedoch für die Asiatische Tigermücke aus, denn sie profitierte massiv von den heißen Sommertemperaturen, dem frühen Beginn der Sommertage und der langen Wärme bis in den späten September hinein. Der ehemalige Exot brütet im Siedlungsraum und findet selbst bei größter Trockenheit noch kleine Restmengen an Wasser. Unterirdische Wasseransammlungen in Wasserabläufen oder durch künstliche Bewässerung gefüllte Gefäße gaben ihr auch bei wochenlang fehlendem Regen ausreichend Brutmöglichkeiten.
Ab August wurde die KABS von Tigermückenmeldungen regelrecht überschwemmt. Anders als aus Vorjahren war der Anteil anderer Stechmückenarten in den Meldungen dieses Jahr nahezu eingebrochen. Die Tigermücke war dieses Jahr für viele Menschen der Oberrheinregion ein enormes Problem. Die Nachweise, insbesondere in urbanen Ballungsräumen und Großstädten, nahmen massiv zu. Aus 62 Kommunen im Südwesten gab es in diesem Jahr Erstfunde – so viele wie noch nie zuvor (letzter Rekord 2023: 58, 2025 waren es nur 35 neue). Nach Berechnungen konnte dieses Jahr eine sechste Tigermücken-Generation in der zweiten Septemberhälfte ausfliegen, so früh wie noch nie zuvor.
Tigermückenweibchen können bis zu sechs Wochen leben, bis in den November hinein wird es also noch einzelne Exemplare geben. Dieses Jahr wird eine große Menge Eier überwintern. Durch das Reinigen von Wassergefäßen kann hier jedoch aktiv gegengesteuert werden.
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