Für die KABS fällt momentan keine Arbeit an was die Bekämpfung der einheimischen Auwaldstechmücken („Rheinschnaken“) angeht. Grund dafür ist die anhaltende Trockenheit. Die regenarme Phase hat direkte Auswirkungen auf den Wasserstand des Rheins und somit auch auf das Auftreten von Überschwemmungsstechmücken.
Überschwemmung notwendig
Die Weibchen von Auwaldstechmücken legen ihre Eier in den feuchten Erdboden von Geländesenken, die kurz zuvor von Wasser überschwemmt wurden. Werden die Eier bei ansteigendem Wasserstand überschwemmt und passt gleichzeitig die Wassertemperatur, kommt es zum Schlupf der Stechmückenlarven. Ohne ein Überschwemmungsereignis verharren die Larven in ihren Eiern und warten auf die nächste Überflutung.
Rheinwasserstand entscheidend
Eine Überschwemmung tritt dann ein, wenn der Rhein während eines Hochwassers über die Ufer tritt. Ein Hochwasser wird durch die Schneeschmelze (in Mittelgebirgen und Alpen) oder Starkregenereignisse entlang der Rheinschiene und der zufließenden Flüsse ausgelöst.
Während der Stechmückensaison beobachten die Mitarbeitenden der KABS täglich den Wetterreport sowie die Hochwasservorhersagen die über Landesportale zur Verfügung gestellt werden. Jede Gebietsleitung bei der KABS weiß, ab welchen Rheinwasserständen welche Zonen überschwemmt werden und dadurch als Brutstätten fungieren können.
Ab wann spricht man von Hochwasser?
Als Hochwasser wird der Zustand eines Flusses bezeichnet der deutlich oberhalb des durchgängigen Wasserstandes, dem sogenannten „Mittelwasser“ liegt. Dem Hochwasser gegenüber steht das Niedrigwasser, hier liegt der Wasserstand deutlich unterhalb des Mittelwassers.
Woher weiß man welcher Wasserstand gerade herrscht?
Zum Messen des Wasserstandes werden Pegel als Messeinrichtungen eingesetzt. Über die Flüsse verteilt gibt es zahlreiche Pegelstationen. Die KABS orientiert sich besonders stark an den Stationen entlang des Rheins wie etwa Maxau (bei Karlsruhe), Speyer, Worms und Mainz. Über den Verlauf eines Flusses ändert sich dessen Flusstiefe, daher ändern sich auch die Werte für Hoch- Mittel- und Niedrigwasser je nachdem wo man sich befindet. Das Mittelwasser für Maxau liegt (Stand 2025) bei 523 cm, der aktuelle Wasserstand bewegt sich gerade bei rund 380 cm, also mehr als einen Meter unterhalb des normalen Werts.
Die Messungen der Pegelstationen können über Onlineportale abgerufen werden, wie etwa:
https://www.hvz.baden-wuerttemberg.de/
https://www.hochwasser.rlp.de/
https://hochwasser.hessen.de/
Gut zu wissen
Der Begriff „Pegelstand“ wird umgangssprachlich mit Wasserstand gleichgesetzt, existiert jedoch eigentlich gar nicht! Bei einem Pegel handelt es sich nur um die Messstelle an dem der Wasserstand abgeleitet werden kann.
Wann hat die KABS wieder etwas zu tun?
Das wissen wir noch nicht. Das Wetter ist unser Taktgeber. Sollte eine längere, regenreiche Phase auf uns zukommen, wird der Wasserstand des Rheins wieder ansteigen. Steigt der Wasserstand über das Mittelwasser hinaus könnte ein neuer, großer Einsatz für uns anstehen. Wann das genau passiert? Noch unbekannt.
Übrigens: Auch lokale Starkregenereignisse die nicht zu einem Hochwasser führen, können kleine, lokale Einsätze auslösen. Durch den Starkregen füllen sich Regenrückhaltebecken die ebenfalls als Stechmückenbrutstätten fungieren können. Diese Einsätze sind recht kurz und finden nur auf einer einzelnen Gemarkung statt.
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