SLM67

Das Syndicate Mixte de Lutte contre les Moustiques du Bas-Rhin kurz: SLM67 ist ein Dienstleister der sich mit der Bekämpfung von Stechmücken befasst und im Département Bas-Rhin tätig ist. Zu den Aufgaben des SLM67 gehören die Bekämpfung von Überschwemmungsstechmücken in den französischen Rheinauen und die Überwachung und Reduktion von exotischen Stechmückenarten.

KABS und SLM67 stehen bei den Bekämpfungsmaßnahmen entlang der Rheinauen in engem Austausch. Über einen Kooperationsvertrag nutzt das SLM67 auch Ressourcen ihrer deutschen Partnerorganisation.

Über das SLM67

Beim SLM67 handelt es sich um einen öffentlichen Dienstleister zur Stechmückenbekämpfung, in welchem Kommunen des Département Bas-Rhin zusammengeschlossen sind. Wie bei der KABS setzen sich die Mitglieder des Vereins also aus Gemeinden und Städten der Region zusammen. Das „67“ im Namen deutet bereits die Verortung des Syndicate an, denn die Postleitzahl im Einzugsbereich beginnt stets mit 67xxx.

Seit über 40 Jahren (Gründungsjahr 1983) führt das SLM67 Maßnahmen in seinen Mitgliedsgemeinden mit folgenden Zielen durch:

  • Die Reduktion von Stechmückenarten die ein hohes Belästigungspotential besitzen, um die Lebensqualität der Rheinanlieger aufrecht zu erhalten.
  • Bei der Durchführung der Reduktionsmaßnahmen den Schutz des ökologischen Gleichgewichts zu wahren.

Mit dem Aufkommen von exotischen Stechmücken hat die regionale Gesundheitsagentur (ARS) Grand Est das SLM67 außerdem mit neuen Aufgaben betraut:

Der Verwaltungssitz des SLM67 befindet sich im Rathaus von Lauterbourg. Die technische Abteilung ist in den Räumlichkeiten des Institut für Parasitologie und Tropenpathologie der Universität Strasbourg angesiedelt.

 

Kooperation mit der KABS

Seit mehreren Jahreszehnten besteht eine gemeinsame Zusammenarbeit zwischen den französischen und deutschen Stechmückenbekämpfern. Den Grundpfeiler stellt eine vertragliche Vereinbarung dar. Dieser Kooperationsvertrag regelt die gemeinsame Nutzung von Hubschraubern zur Stechmückenbekämpfung. Auch die gemeinsame Nutzung von Bti-Formulierungen, die Bereitstellung von Eisgranulat durch die KABS-Tochtergesellschaft ICYBAC GmbH und die gemeinsamen Einsätze im Gelände zur Heli-Beladung sind Bestandteil.

Wie sieht die Kooperation in der Praxis aus?

Ein Hochwasserereignis wirkt sich auf beiden Seiten des Rheins meist in ähnlicher Intensität und zu einem ähnlichen Zeitpunkt aus. Bekämpfungsmaßnahmen finden für gewöhnlich parallel auf deutscher und franzsösicher Seite statt. Zeigen Überschwemmungs-und Schöpfkontrollen auf franzsösicher Seite, dass ein Hubschrauber benötigt wird, treten die technische Leitung des SLM67 und der wissenschaftliche Direktor der KABS in Kontakt miteinander.

Das SLM67 nutzt das WebGIS der KABS zur Dokumentation der Bekämpfungsflächen und zur Hubschrauberbeauftragung. Im Datensatz des WebGIS sind auch alle französischen Landeplätze des Helikopters hinterlegt. Bei der Planung der Hubschrauberflüge werden die franzsösischen Flächen mitberücksichtigt. Das Hubschrauberunternehmen (aktuell die Deutsche Heli Forst GmbH) welches die Bti-Aplikation durchführt, benötigt eine Einfluggenehmigung für den franzsösichen Luftraum. Die deutschen und französischen Teams vor Ort klären gemeinsam wo die Beladung des Bti-Eisgranulats stattfinden wird. Die Einsätze finden meist parallel mit den KABS-Flügen statt.

 

Zusammenarbeit in weiteren Themen

Auch über den Kooperationsvertrag hinaus besteht ein freundschaftliches Verhältnis zwischen KABS und SLM67.  Weitere Anlaufpunkte für eine Zusammenarbeit sind die Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke und damit zusammenhängende Projekte (siehe TIGER und TIGER 2.0) an denen beide Organisationen teilnehmen.

Die KABS profitiert vom Erfahrungsschatz des SLM67 bezüglich des Umgangs mit importierten und bodenständigen Virenfällen, die es auf französischer Seite des Oberrheins bereits gab.