Im Jahr 2024 wurde das Pilotprojekt initiiert. Der Schwerpunkt lag darauf, Anwohner:innen praxisnah zu schulen und sie zu befähigen, im eigenen Umfeld wirksame Maßnahmen zur Reduktion der Tigermückenpopulation umzusetzen.
Zur Bewertung der Wirksamkeit der Vor-Ort-Beratungen wurde das Projektgebiet in einen Schulungsbereich und einen Kontrollbereich unterteilt. In beiden Bereichen erfolgten ein systematisches Tigermückenmonitoring sowie eine KAP-Studie (2024).
Übersicht zu den Projektaktivitäten
- Einteilung des Projektgebietes in Schulungs- und Kontrollbereich,
- Vor-Ort-Schulungen in den Privatgärten der Anwohner:innen
- Fallenmonitoring zur Erfassung der Tigermückenpopulation
(60 Eiablagefallen und 30 Adultfallen; Installation, Betreuung und Auswertung durch das Sozialministerium/LGA),
- Anwohnerbefragungen zu Beginn und am Ende der Saison (KAP-Studie; Knowledge, Attitude and Practice; auf Deutsch ~ Wissen, Grundhaltung, Anwendung).
Die Vor-Ort-Schulungen fanden im April, zu Beginn der Tigermückensaison, statt. Das Fallenmonitoring begann ab Mitte Mai und erfolgte im zweiwöchentlichen Rhythmus. Die Proben wurden durch Mitarbeitende des Sozialministeriums/LGA eingesammelt und ausgewertet.
Ergebnisse
- 77 Teilnehmende am Beratungsangebot,
- Etablierung von Patenschaften für Präventionsmaßnahmen auf Ebene einzelner Straßenzüge,
- Geringere Stichbelästigung und niedrigere Populationsdichte im Schulungsbereich im Vergleich zum Kontrollbereich.
Das hohe Engagement der Anwohner:innen – bedingt durch die bereits seit Jahren bestehende Belastung durch Tigermücken – stellte eine wichtige Voraussetzung für den Projekterfolg dar.
Da zu Projektbeginn kein vorgelagertes Basis-Monitoring vorlag, konnten anfängliche Unterschiede in der Populationsdichte zwischen den Untersuchungsgebieten nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Ausweichprogramm
Das ursprüngliche Konzept für eine Weiterführung des Pilotprojekts in 2025 wurde durch die neue Rechtslage zur Abgabebestimmung von Bti-Tabletten deutlich ausgebremst.
Mangels Ausgabestellen für Bti-Tabletten war eine Vergleichbarkeit der Jahre 2024 und 2025 ausgeschlossen. Ein umfangreiches Tigermückenmonitoring konnte nicht durchgeführt werden.
Zwischen dem 08. und 10. Mai wurden jedoch Bürgerschulungen im ehemaligen Kontrollgebiet (aus 2024) durchgeführt. 28 Teilnehmende wurden beraten.
Im Zuge der Tigermückensaison wurden Bti-Tabletten über Apotheken im Ort erhältlich.
Weiterführung und Wiederaufnahme des Projekts
Bti-Ausgabestellen stehen für die Saison 2026 wieder zur Verfügung, sodass eine Fortführung möglich ist.
Im Jahr 2026 wird in zwei vergleichbaren Gebieten im Norden von Korntal-Münchingen ein standardisiertes Tigermückenmonitoring durchgeführt. Mithilfe von Eiablagefallen wird die Populationsdichte der Asiatischen Tigermücke erfasst, um eine fundierte Ausgangsbasis für den Vergleich zu schaffen.
Bürgerschulungen im Bestandsgebiet
Im Jahr 2026 werden im Gebiet zwischen der Uhlandstraße und der Miranderstraße im Norden, der Johannes-Daur-Straße im Osten, der Südstraße im Süden und den Bahnschienen im Westen erneut Bürgerschulungen zur Tigermückenprävention angeboten. In diesem Bereich haben bereits in der Vergangenheit Schulungen stattgefunden. Dennoch ist es wichtig, kontinuierlich dranzubleiben, da eine erfolgreiche Eindämmung der Tigermücke nur durch dauerhaftes und gemeinsames Handeln möglich ist.
Die Tigermücke findet vor allem in privaten Gärten eine Vielzahl an Brutstätten. Deshalb spielt das Engagement der Bürgerinnen und Bürger eine entscheidende Rolle. Die erneuten Schulungen dienen dazu, das vorhandene Wissen aufzufrischen, neue Anwohner:innen zu erreichen und offene Fragen direkt vor Ort zu klären.
Die Teilnehmenden erhalten praxisnahe Informationen für den eigenen Garten sowie konkrete und leicht umsetzbare Maßnahmen zur Prävention der Tigermücke. Ziel ist es, gemeinsam die Ausbreitung der Tigermücke nachhaltig einzudämmen.
Aktueller Plan für 2027
Im Jahr 2027 erfolgen in einem der beiden nördlichen Gebiete aus dem Jahr 2026 intensive Vor-Ort-Schulungen in den Privatgärten der Anwohner:innen. Informatives zur Biologie, Lebensweise und gesundheitlichen Relevanz der Tigermücke wird vermittelt und gezielt in Sachen Präventionsmaßnahmen beraten. In einem zweiten Projektgebiet finden keine Schulungsmaßnahmen sondern nur ein Monitoring statt, da dieses als Vergleichsfläche dient.