Hintergrund
Im Jahr 2024 wurde in der Gemeinde Auggen ein Pilotprojekt durchgeführt, welches in erster Linie darauf abzielt, den Anwohner:innen alles Wichtige zum Thema Tigermücke und deren Prävention zu vermitteln, damit diese im eigenen Umfeld eine effektive Reduktion von Tigermücken erzielen können.
Die Gemeinde Auggen wurde für das Pilotprojekt ausgewählt, da in einem kleinen begrenzten Ortsgebiet die Maßnahmen ausgetestet werden konnten und keine Einschleppungen von Tigermücken aus angrenzenden Siedlungsgebieten Einfluss auf die Ergebnisse nehmen konnte.
Mehr zum Projekt auch auf der Webseite der Gemeinde Auggen: https://www.auggen.de/buerger/buergerprojekte-tigermuecke/
Projektaktivitäten in 2024
- Abend-Infoveranstaltung für Anwohner:innen
- Vor-Ort-Schulungen in den Privatgärten der Anwohner:innen
- Fallenmonitoring (46 Eiablagefallen und 36 Adultfallen) zur Erfassung der Tigermückenpopulation: nach kurzer Anleitung eigenständig durch die Anwohner:innen betreut; Fallen-Auswertung durch die KABS
- Beratung der Anwohner:innen im Herbst bei Deinstallation der Fallen
- Anwohner-Befragung
Infoveranstaltung und Vor-Ort-Schulungen in den Gärten erfolgten im April zum Beginn der Tigermückensaison, sodass die Anwohner:innen optimal mit nützlichen Tipps versorgt waren. Die Ausgabe und Installation der Fallen erfolgte Mitte Juni und im 2-Wochen-Rhythmus wurde Probenmaterial im Rathaus abgegeben und von dort postalisch an die KABS gesendet.
Ergebnis des Pilotprojekts
- Durch das Monitoring stellte sich heraus, dass die Tigermücke nahezu im gesamten Ort etabliert ist.
- Ergebnisse der Fallenfänge und das subjektive Belästigungsempfinden der Anwohnenden wichen teils voneinander ab.
- Trotz der Vor-Ort-Schulung bestand in Einzelfällen noch Unklarheit über Brutstätten und Präventionsmaßnahmen.
- Zahlreiche Anwohnende waren sehr engagiert und wünschten sich mehr Beteiligung am Projekt.
- Vielen Anwohner:innen war klar, dass sich die Plage durch Tigermücken nur gemeinschaftlich in den Griff bekommen lässt.
- Bürgermotivation muss gestärkt werden: Es fiel vielen Anwohnenden schwer, über die ganze Saison von April bis Oktober „am Ball“ zu bleiben.
Die Fallenergebnisse zeigen, dass meist überall dort, wo Massenbrutstätten (z. B. Zisternen, Wasserfässer) nur ungenügend abgedichtet wurden, hohe Zahlen an Eiern oder adulten Tieren ermittelt werden konnten. Die Eiablagefallen standen in starker Konkurrenz zum großen Brutstättenangebot in den Privatgärten und korrelierten nicht immer mit der gemeldeten Stichbelästigung.
Ausblick für kommende Jahre
Maßnahmen zur Steigerung der Bürgermotivation sollten in der Gemeinde fokussiert werden, damit die Anwohner:innen die gesamte Saison über mit Präventionsmaßnahmen aktiv bleiben. Engagierte Anwohnende können zukünftig als Multiplikatoren fungieren und weitere Bürger:innen zur Umsetzung von Präventionsmaßnahmen bewegen.