Für Gesundheitsämter und Kommunen
Die KABS bietet zum Thema Asiatische Tigermücke Schulungen und Fortbildungen für Mitarbeitende der Gesundheitsämter und Kommunen an. Ziel ist dabei, den zuständigen Behörden die nötigen Kompetenzen im Umgang mit der Asiatischen Tigermücke zu vermitteln. Die Inhalte sollen helfen, eine Besiedelung durch die Tigermücke richtig einordnen und bewerten zu können sowie entsprechend sinnvolle Gegenmaßnahmen einzuleiten. Neben dem Schulungsangebot steht die KABS Ämtern und Kommunen beratend zur Seite, wenn es Fragen zum Aufkommen von Tigermücken in einer Ortschaft gibt.
Die Asiatische Tigermücke ist aufgrund ihres aggressiven Stechverhaltens nicht nur ein Lästling, sondern auch ein Gesundheitsschädling, der in den warmen Sommermonaten das Potenzial besitzt, diverse Viren auf den Menschen übertragen zu können. Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen, hat das Land Baden-Württemberg eine eigene Öffentlichkeitskampagne aufgestellt, die nach und nach um weitere Materialien ergänzt wird. Die KABS unterstüzt hier durch ihr Fachwissen bei Textbausteinen.
Über die erweiterte Mitgliedschaft werden auch die zahlreichen Tigermückenmeldungen aus Baden-Württemberg und der nachfolgende Kommunikationsweg mit Gesundheitsbehörden sowie den betroffenen Kommunen abgedeckt. Insbesondere Erstnachweise sind hier von großer Wichtigkeit.
Für Bürger:innen
Informationsveranstaltungen für Bürger:innen können eine wichtige Maßnahme im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit zur Asiatischen Tigermücke darstellen. Die Tigermücke als Kulturfolger taucht im Siedlungsbereich auf, somit ist die Bürgerschaft direkt betroffen und leidet meist unter dem hohen Belästigungsgrad. Effektive Präventionsmaßnahmen durch Anwohnende können Erfolg zeigen, weshalb auch Veranstaltungen für Bürger:innen zum Portofolio der erweiterten Mitgliedschaft gehören.
Gerne können sich interessierte Personengruppen aus Baden-Württemberg bei der KABS melden, um nähere Informationen dazu zu erhalten.
Stechmückenmonitoring und Resistenztestungen
Einige Stechmückenarten können von gesundheitlicher Relevanz sein. Im Krankheitsfall von Menschen oder Tieren kann die Notwendigkeit bestehen, Stechmücken im Umfeld von Erkrankten zu fangen und auf eventuell vorhandene Krankheitserreger zu untersuchen. Durch die Asiatische Tigermücke können beispielsweise Chikungunya- oder Dengue-Viren übertragen werden. Auch heimischen Stechmückenarten wie etwa die Gemeine Stechmücke können als Überträger zum Beispiel von West-Nil-Viren zwischen Menschen und Tieren agieren.
Um weiteren Infektionen im Umfeld der erkrankten Menschen oder Tiere entgegenzuwirken, wird ein Monitoring betrieben, um die vorhandenen Stechmücken weitestgehend abgreifen zu können. Durch anschließende Laboranalysen können im Bedarfsfall die Stechmücken auf Krankheitserreger getestet werden.
Adultizid-Testungen hinsichtlich der zukünftigen Notwendigkeit bei autochthonen Fällen werden ebenfalls durchgeführt.
Verschiedene Projekte zu Tigermücken und Stechmücken
Da bei der Tigermückenbekämpfung eine Haus-zu-Haus-Bekämpfung für viele Kommunen nicht dauerhaft finanzierbar ist, müssen neue Ansätze zur Prävention und Bekämpfung der exotischen Stechmücke entwickelt werden. Um praktikable und finanzierbare Lösungen für die Gemeinden zu finden, haben das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg und die KABS seit 2024 einige Pilotprojekte durchgeführt:
- Pilotprojekt Auggen (Gemeinde im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald; abgeschlossen)
- Pilotprojekt Korntal-Münchingen (Stadt im Landkreis Ludwigsburg)
In den Pilotprojekten soll getestet werden, inwieweit sich die aktive Beteiligung von Bürger:innen zur Tigermückenprävention eignet und welche Maßnahmen daraus weiterverfolgt werden sollten. In Baden-Württemberg wurden zwei stark von Tigermücken befallene Ortsteile ermittelt, in welchen die Anwohner:innen kontaktiert und um Teilnahme am Projekt gebeten wurden. Teilnehmende erhielten vor Ort Informationen sowie für Ihren Garten passende Maßnahmen zur Tigermückenrävention. Während der Projektlaufzeit wurden Bürgerbefragungen durchgeführt um zu ermitteln, welcher Wissensstand zur Asiatischen Tigermücke bereits vorhanden war, wie sich die Einstellung der Teilnehmenden zur Tigermückenbekämpfung veränderte und wie ihre Gewohnheiten in der Umsetzung von Maßnahmen abliefen.
Auf Basis dieser Ergebnisse sollen künftig Handlungsempfehlungen für Kommunen entstehen mit dem Ziel, Präventionsmaßnahmen in die Eigenverantwortung der Anwohner:innen zu übergeben.