Weitere Infektionswege und Inkubationszeit
Neben der vektorübertragenen Infektion sind beim Zika-Virus weitere Übertragungswege dokumentiert, darunter die sexuelle Übertragung, die vertikale Übertragung von der Mutter auf den Fetus während der Schwangerschaft sowie Übertragungen über Blutprodukte [1,2].
Die Inkubationszeit beträgt typischerweise 3–14 Tage, meist etwa 5–7 Tage [2]. Ein Großteil der Infektionen (geschätzt 60–80 %) verläuft asymptomatisch oder nur mit milden Beschwerden. Dennoch können auch asymptomatisch infizierte Personen zur weiteren Verbreitung beitragen, insbesondere über Stechmücken oder sexuelle Kontakte [1,3].
Symptome
Klinisch äußert sich das Zikafieber meist als milde, selbstlimitierende Erkrankung mit niedrig- bis mäßiggradigem Fieber, fleckig-knötchenartiger Hautausschlag, Bindehautentzündung, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie allgemeinem Krankheitsgefühl [2]. Schwere Verläufe sind selten. Von besonderer klinischer Bedeutung sind jedoch neurologische Komplikationen, die im zeitlichen Zusammenhang mit ZIKV-Infektionen beschrieben wurden, darunter das Guillain-Barré-Syndrom bei Erwachsenen [4].
Ein besonderes Merkmal des Zika-Virus ist, dass es bei einer Infektion während der Schwangerschaft das ungeborene Kind schädigen kann. Es kann zu schweren fetalen Fehlbildungen führen, zusammengefasst als kongenitales Zika-Syndrom. Dieses umfasst unter anderem Mikrozephalie (zu kleiner Kopf beim Baby), intrakranielle Verkalkungen (Ablagerungen von Kalk im Gehirn), Augenfehlbildungen und neurologische Entwicklungsstörungen. Der kausale Zusammenhang zwischen mütterlicher ZIKV-Infektion und diesen Fehlbildungen wurde in mehreren epidemiologischen und experimentellen Studien belegt [3,5].
Behandlung und Prävention
Eine spezifische antivirale Therapie gegen das Zika-Virus steht derzeit nicht zur Verfügung. Die Behandlung erfolgt symptomatisch, z. B. mit Fiebersenkung, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und Ruhe.
Die Prävention beruht in erster Linie auf der Vermeidung von Stechmückenstichen durch Repellents, geeignete Kleidung, Moskitonetze und die Reduktion von Brutstätten. Zusätzlich wird in Zika-Endemiegebieten oder nach möglicher Exposition empfohlen, Safer-Sex-Maßnahmen einzuhalten, insbesondere für Schwangere oder Paare mit Kinderwunsch. Mehrere Zika-Impfstoffe befinden sich in präklinischer und klinischer Entwicklung, bislang ist jedoch kein Impfstoff zugelassen [6].
Nach überstandener Infektion wird von einer langanhaltenden, vermutlich lebenslangen Immunität ausgegangen. Kreuzreaktive Antikörper gegen andere Flaviviren (z. B. Dengue) können jedoch serologische Diagnostik erschweren und sind Gegenstand aktueller immunologischer Forschung [1,6].
Situation in Deutschland
In Deutschland ist die Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Zika-Virus zu infizieren, derzeit sehr gering. Studien zeigen, dass heimische Culex-Stechmücken das Virus nicht übertragen können, während Aedes albopictus nur bei ungewöhnlich hohen Temperaturen (27 °C Durchschnittstemperatur) Zika weitergeben kann [7]. Aktuelle Informationen zur epidemiologischen Lage des Zika-Virus in Europa und weltweit werden unter anderem vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) bereitgestellt.