Symptome
Beim Menschen verläuft eine Infektion meist mild oder symptomarm. Am häufigsten entstehen schmerzlose oder leicht entzündete Knoten unter der Haut, wenn sich die Larven dort einkapseln. Seltener können die Würmer auch in der Nähe des Auges gefunden werden, wo sie lokale Beschwerden verursachen können. In sehr seltenen Fällen können auch innere Organe betroffen sein. Schwere Symptome sind die Ausnahme [2,3].
Menschen gelten traditionell als Endwirte, die die Übertragungskette nicht weiterführen, weil sich die Parasiten meist nicht vollständig entwickeln. In Einzelfällen wurde jedoch beschrieben, dass Larven im menschlichen Blut nachweisbar waren, was auf eine mögliche Ausnahme dieses Prinzips hinweist, auch wenn dies sehr selten ist [4].
Die von Dirofilaria immitis bei Hunden verursachte Herzwurmerkrankung ist eine schwere, des Öfteren auch tödlich verlaufende Infektion, die hauptsächlich Hunde in der Mittelmeerregion betrifft. Der Parasit siedelt sich in den Arterien der Lunge und im Herzen des Hundes an, was zu Husten, Atemnot und Herzinsuffizienz führen kann.
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose erfolgt meist durch bildgebende Verfahren, die Untersuchung von Gewebeproben oder durch molekulare Tests. Da sich bei Menschen die Würmer in der Regel nicht weiterentwickeln, wird oft die chirurgische Entfernung von Knoten oder Würmern gewählt, was meistens zur vollständigen Heilung führt. Medikamente können in seltenen Fällen ergänzend eingesetzt werden, sind aber oft nicht notwendig.
Situation in Deutschland
Auch in Deutschland wurden Dirofilarien wiederholt bei Stechmücken und Hunden nachgewiesen. Es gibt Hinweise auf eine etablierte lokale Übertragung von Dirofilaria repens, insbesondere in Brandenburg sowie im mittleren Oberrheintal, während Dirofilaria immitis bislang vor allem mit importierten Fällen assoziiert ist [4-6]. Klimatische Veränderungen haben dazu geführt, dass in den Sommermonaten in weiten Teilen Deutschlands Bedingungen bestehen, unter denen sich der Parasit entwickeln kann [7]. Zu berücksichtigen ist dabei auch, dass sich durch den Temperaturanstieg zunehmend mehr Populationen der Asiatischen Tigermücke etablieren können, die ein geeigneter Vektor zur Übertragung der Filarien ist.
Das aktuelle Übertragungsrisiko für D. repens ist daher vor allem in nordöstlichen und südwestlichen Regionen gegeben und könnte sich mit weiter steigenden Temperaturen ausdehnen. Wichtige Risikofaktoren sind der Klimawandel, der Import infizierter Hunde aus Süd- und Südosteuropa sowie ein unzureichender Stechmückenschutz bei Haustieren [5]. Für Menschen bleibt das Erkrankungsrisiko insgesamt gering; Präventiv sind Mückenschutzmaßnahmen und eine konsequente tierärztliche Prophylaxe bei Hunden von zentraler Bedeutung.