Inkubationszeit
Nach einem Stechmückenstich beträgt die Inkubationszeit beim Menschen typischerweise 3–14 Tage, meist 4–10 Tage, bevor erste Symptome auftreten [2].
Symptome
Viele Infektionen verlaufen asymptomatisch oder mit milden Beschwerden, dennoch können auch asymptomatisch infizierte Personen für Stechmücken infektiös sein und zur Übertragung beitragen [3].
Denguefieber äußert sich meist durch plötzlich einsetzendes hohes Fieber, begleitet von starken Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag und allgemeiner Müdigkeit [2]. In schweren Fällen kann sich ein Dengue‑Hämorrhagisches Fieber (DHF) oder ein Dengue‑Schock‑Syndrom entwickeln, charakterisiert durch erhöhte Gefäßpermeabilität, Blutungen und Kreislaufversagen. Ein besonderes immunpathologisches Phänomen, die antikörperabhängige Verstärkung der Infektion (antibody‑dependent enhancement (ADE)), kann bei einer Zweitinfektion mit einem anderen Serotyp das Risiko für schwere Verläufe erhöhen, weshalb schwere Verläufe insbesondere bei wiederholten DENV‑Infektionen beschrieben werden [3].
Behandlung und Prävention
Eine spezifische antivirale Therapie gegen DENV existiert derzeit nicht; die Behandlung ist überwiegend symptomatisch, z. B. durch Fiebersenkung und Flüssigkeitsersatz, sowie engmaschige klinische Überwachung, insbesondere während der kritischen Phase der Erkrankung.
Zur Prävention zählen primär Maßnahmen zur Vermeidung von Stechmückenstichen, etwa geeignete Kleidung, Insektenschutzmittel, Mückennetze und Kontrolle der Stechmückenbrutstätten. Darüber hinaus wurden in den letzten Jahren Impfstoffe gegen Dengue entwickelt. Die STIKO in Deutschland empfiehlt den Impfstoff Qdenga (TAK‑003, Takeda) für Personen ab 4 Jahren, die in der Vergangenheit eine labordiagnostisch gesicherte Dengue-Virusinfektion durchgemacht haben (Stand: 17.3.2025). Der Impfstoff wirkt gegen alle vier Serotypen und enthält lebende, aber abgeschwächten Viren, die nicht krank machen, dem Immunsystem aber zeigen, wie der Erreger aussieht. Die Impfstoffwirksamkeit variiert jedoch je nach Serotyp und Grundimmunstatus, und der langfristige Schutz ist weiterhin Gegenstand der Forschung [4].
Situation in Deutschland
In Deutschland ist das Risiko, sich mit dem Dengue-Virus zu infizieren, derzeit sehr gering. Studien zeigen jedoch, dass Aedes albopictus-Weibchen sich mit DENV infizieren lassen und diese das Virus auch übertragen können, wie ein lokaler Ausbruch in Norditalien 2020 gezeigt hat [5]. Damit besteht theoretisch ein begrenztes Risiko für kleinere, örtliche Übertragungen nach Importfällen.
Informationen über das Infektionsgeschehen in Europa und weltweit können hier gefunden werden: https://www.ecdc.europa.eu/en/dengue-monthly.