Inkubationszeit
Nach einem Stechmückenstich beträgt die Inkubationszeit beim Menschen in der Regel 2–12 Tage, meist 3–7 Tage, bevor erste Symptome auftreten. Viele Infektionen verlaufen symptomatisch; ein Teil bleibt ohne erkennbare Beschwerden, dennoch können auch diese Personen das Virus weitergeben, da sie für den Vektor infektiös sind [1].
Symptome
Klinisch zeigt sich das Chikungunyafieber typischerweise mit plötzlich auftretendem hohem Fieber, starken Gelenk- und Muskelschmerzen, Hautausschlag, Kopfschmerzen, Übelkeit und Müdigkeit. Die Gelenkbeschwerden können sehr ausgeprägt sein und Wochen bis Monate, in Einzelfällen sogar Jahre, anhalten. Meist verläuft die Erkrankung selbstlimitierend, selten treten schwere Komplikationen auf, die vor allem ältere Menschen, Säuglinge und Personen mit Vorerkrankungen betreffen [2].
Behandlung und Prävention
Eine spezifische antivirale Therapie existiert derzeit nicht; die Behandlung ist überwiegend symptomatisch, z. B. durch fiebersenkende und schmerzlindernde Medikamente sowie Ruhigstellung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr [2].
Zum Schutz vor einer Infektion sind präventive Maßnahmen wie Mückenschutz, Kleidung mit langer Bedeckung, Insektenschutzmittel und die Verminderung von Brutstätten wesentliche Bausteine der Prävention. Zudem wurden in mehreren Ländern inzwischen Impfstoffe gegen Chikungunya zugelassen (z. B. IXCHIQ® und VIMKUNYA®), die für bestimmte Risikogruppen und Reisende in Endemiegebiete empfohlen werden, auch wenn Verfügbarkeit und Einsatz noch begrenzt sind [3]. Aktuelle Informationen zur Chikungunya-Impfung und den Empfehlungen der STIKO sind auf der Website des Robert Koch-Instituts (RKI) verfügbar [4]. Nach überstandener Erkrankung bildet der Körper in der Regel eine lang anhaltende Immunität gegen das Virus, was erneute Infektionen unwahrscheinlich macht.
Situation in Deutschland
Das Risiko einer lokalen (autochthonen) Chikungunya-Infektion in Deutschland ist derzeit gering, wird jedoch in Zukunft zunehmen. Aedes albopictus-Stechmücken in Deutschland sind prinzipiell in der Lage, das Chikungunya-Virus zu übertragen, wobei die Übertragungseffizienz stark von der Temperatur und dem Virusstamm abhängt. Infektionen können bei durchschnittlichen Tages-Temperaturen zwischen 15 und 24 °C erfolgen, die höchsten Übertragungsraten liegen bei Ø 18–21 °C [5,6]. Durch die Ausbreitung der Tigermücke entlang des Oberrheins, einer der wärmsten Regionen in Deutschlands, ist eine lokale Übertragung möglich, insbesondere während warmer Sommerperioden. Vier autochthone Chikungunya-Fälle wurden 2025 im benachbarten Elsass (Frankreich), nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, gemeldet, was zeigt, dass die Bedingungen für lokale Übertragungen gegeben sind.
In Frankreich wurden in den letzten Jahren vermehrt autochthone Chikungunya-Infektionen registriert, insbesondere in südlichen und westlichen Regionen. Diese Entwicklungen erhöhen auch das Risiko für Deutschland, da infizierte Reiserückkehrende aus der Mittelmeerregion während der Sommermonate als Ausgangspunkt für lokale Übertragungen dienen können.
Informationen über das Infektionsgeschehen in Europa und weltweit können hier gefunden werden: https://www.ecdc.europa.eu/en/chikungunya-monthly.