Malaria

Malaria wird durch einzellige Parasiten der Gattung Plasmodium verursacht, die durch den Stich infizierter weiblicher Anopheles-Mücken auf den Menschen übertragen werden. Weltweit gibt es fünf Plasmodium-Arten, die Menschen infizieren können, wobei P. falciparum als die gefährlichste gilt und in vielen Regionen Afrikas den größten Teil der Krankheitslast ausmacht (z. B. > 90 % der Fälle) (3).  P. vivax ist außerhalb Afrikas in vielen Ländern verbreitet und kann ebenfalls zu wiederkehrenden Infektionen führen [1].

Malaria

Erreger Plasmodium-Parasiten (Einzeller), vor allem P. falciparum, P. vivax, P. ovale, P. malariae, P. knowlesi
Erregertyp Protozoen (keine Viren)
Überträger (Vektor) Anopheles-Stechmücken (weiblich)
Vektoraktivität Dämmerungs- und nachtaktiv
Natürlicher Übertragungszyklus Mensch ↔ Anopheles-Stechmücke
Weitere Übertragungswege Bluttransfusion, Organtransplantation, vertikal (Schwangerschaft),  Nadelstichverletzungen
Geografische Verbreitung Tropische und subtropische Regionen, v. a. Subsahara-Afrika
Inkubationszeit 7–30 Tage (je nach Art; teilweise Monate bei P. vivax/P. ovale)
Anteil asymptomatischer Infektionen Variabel, häufig in Endemiegebieten
Typische Symptome Fieber (oft schubweise), Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit
Charakteristisches Merkmal Fieberschübe im Rhythmus des Parasiten
Schwere Verläufe Vor allem bei P. falciparum: Organversagen, zerebrale Malaria
Risikogruppen Kinder <5 Jahre, Schwangere, Reisende ohne Immunität
Letalität Hoch unbehandelt; deutlich reduziert bei frühzeitiger Therapie
Therapie Antiparasitäre Medikamente (z. B. Artemisinin-basierte Kombinationstherapien)
Impfstoff Impfstoffe zugelassen (RTS,S/AS01; R21/Matrix-M), Schutz partiell
Immunität nach Infektion Keine vollständige Immunität; Teilimmunität bei wiederholter Exposition
Prävention Mückenschutz, Chemoprophylaxe, frühzeitige Diagnose
Infektionsrisiko in Deutschland Sehr gering

Symptome

Die Symptome von Malaria können von milden grippeähnlichen Beschwerden bis zu schweren, lebensbedrohlichen Verläufen reichen. Häufige Anzeichen sind Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen; unbehandelt kann P. falciparum-Malaria rasch zu schwerer Krankheit und Tod führen [1].

 

Behandlung und Prävention

Die Krankheit ist behandelbar, und wirksame Medikamente wie artemisininbasierte Kombinationstherapien (ACT) werden weltweit eingesetzt, auch wenn die Wirksamkeit durch Resistenzentwicklungen überwacht werden muss [2].

Prävention bleibt von zentraler Bedeutung. Maßnahmen umfassen Stechmückenschutz durch Insektenschutzmittel, Schlafplätze mit Bettnetzen und das Vermeiden von Brutstätten mit stehendem Wasser. Für Reisende in Malaria-Risikogebiete wird zudem eine medikamentöse Prophylaxe empfohlen.

 

Situation in Deutschland

Malaria ist in Deutschland vorwiegend eine importierte Infektionskrankheit, bei der derzeit keine endemische Übertragung stattfindet. Zwischen 1993 und 2007 wurden 11.605 Malariafälle gemeldet, die überwiegend aus 96 Ländern importiert wurden, wobei mehr als zwei Drittel der Infektionen ihren Ursprung in Afrika hatten [3]. Plasmodium falciparum ist für die Mehrheit der Fälle (70–80 %) verantwortlich, und die meisten Infektionen traten bei Reisenden im Alter von 20 bis 39 Jahren auf [4].

Historisch gesehen war Malaria bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts auch in Deutschland endemisch. Durch Veränderungen in Lebensstil, Entwässerung von Feuchtgebieten und verbesserte Wohn- und Hygienebedingungen verschwand die Krankheit weitgehend. Obwohl eine autochthone Übertragung derzeit unwahrscheinlich ist, besteht aufgrund des Klimawandels und des möglichen Vorkommens geeigneter Vektoren ein theoretisches Risiko für ein erneutes Auftreten [5].

Tatsächlich wurden in Deutschland zwei selten dokumentierte Fälle lokaler Übertragung durch einheimische Anopheles plumbeus-Stechmücken beschrieben, was zeigt, dass unter günstigen Bedingungen eine Übertragung möglich sein kann [6].


Literaturverzeichnis

  1. Daily, J. P., & Parikh, S. (2025). Malaria. New England Journal of Medicine, 392(13).

  2. Rathmes, G., Rumisha, S. F., Lucas, T. C. D., Twohig, K. A., Python, A., et al. (2020). Global estimation of anti-malarial drug effectiveness for the treatment of uncomplicated Plasmodium falciparum malaria 1991–2019. Malaria journal, 19(1).

  3. Schöneberg, I., Stark, K., Altmann, D., & Krause, G. (2008). Importierte Malaria in Deutschland – Infektionsländer und Erregerspezies von 1993-2007. Das Gesundheitswesen, 70(04).

  4. Schöneberg, I., Stark, K., Altmann, D., Krause, G., (2005). Malaria in Deutschland 1993 bis 2003. DMW – Deutsche Medizinische Wochenschrift, 130(15).

  5. Esse, J., Leven, K.-H., Kampen, H., Werner, D., Göttler, S., & Bogdan, C. (2025). Malaria in a metropolitan region of Southern Germany: past, present and future perspectives on a protozoan infection with the potential of re-appearance in Central Europe. Malaria journal, 24(1).

  6. Krüger, A., Rech, A., Su, X.-Z., & Tannich, E. (2001). Two cases of autochthonous Plasmodium falciparum malaria in Germany with evidence for local transmission by indigenous Anopheles plumbeus. Tropical Medicine & International Health, 6(12).