Laboruntersuchungen von Stechmücken
Umfassendes Wissen über die Biologie und Verbreitung der Stechmücken ist für die KABS ein zentraler Faktor zur erfolgreichen und effizienten Bekämpfung unter Schonung von Habitaten und Organismen, die nicht von der Bekämpfung tangiert werden sollen. Wissenschaftliche Untersuchungen der Stechmückenbiologie sollen die Effektivität der Stechmückenbekämpfung durch zeit- und zielgerechte Bekämpfungsmaßnahmen erhöhen. Gleichzeitig sollen Kosteneinsparungen durch Konzentration der Bekämpfung auf relevante Brutstätten und Stechmückenpopulationen erzielt werden.
Zur Anpassung und Optimierung von Bekämpfungsstrategien ist eine genaue Kenntnis aller bei uns vorkommenden Stechmückenarten erforderlich. Morphologisch, also anhand ihrer äußeren Strukturen, lassen sich Stechmückenarten nicht immer klar voneinander unterscheiden, es gibt sogar solche (sog. Zwillingsarten), die ausschließlich durch ihr Verhalten und ihre Fortpflanzungsbiologie erkennbar differenziert sind.
Auch nahe verwandte Arten können sich durch die Wahl des Brutgewässers zur Eiablage oder ihres Wirtes zur Gewinnung einer Blutmahlzeit unterscheiden. So stechen beispielsweise manche Stechmückenarten der Gattung Culex bevorzugt Vögel (Ornithophilie), andere jedoch Säugetiere und den Menschen (Mammophilie, Anthropophilie).
Darüber hinaus wird den verschiedenen Stechmückenarten eine unterschiedliche Vektorkompetenz zugeschrieben, also Unterschiede in der Fähigkeit, Krankheitserreger zu übertragen, so z.B. den Malariaerreger Plasmodium spec., das West-Nil-Virus, Dengue-Virus oder das Chicungunya-Virus.
Im Zuge des Klimawandels mit zunehmend feuchtwarmer Witterung in Deutschland ist eine Förderung der Stechmückenentwicklung einerseits und eine zunehmende Gefahr der Einwanderung oder Einschleppung von krankheitsübertragenden Stechmückenarten oder neuer Krankheitserreger aus den Tropen und Subtropen andererseits zu befürchten bzw. bereits im Gange. Dem zu begegnen ist eine ständige Herausforderung und eine kontinuierliche Erweiterung und Verfeinerung des Kenntnisstandes sowie des Methodenrepertoires zur Bearbeitung von bisher ungelösten und neuen Fragestellungen wird von uns angestrebt.
Als Ergänzung zu den unverzichtbaren und stets verwendeten morphologischen Arbeitsmethoden werden im Labor der KABS in Zusammenarbeit mit dem Institut für Dipterologie (IfD) molekularbiologische, proteinbiochemische und immunologische Verfahren verwendet. Stets wird dabei darauf geachtet, einen Zusammenhang zwischen der Fragestellung, den verwendeten Methoden und der Anwendung in der Praxis herzustellen.
Dabei stehen folgende Aktivitäten im Vordergrund: