<<Leerzelle>>  

Rheinpfalz, 20.09.08:

Schnaken-Jäger landen auch manchmal im Wasser
LINGENFELD: Vorreiter bei der Schnakenbekämpfung: Seit 35 Jahren aktiv - Maßnahme auf einer Fläche von 350 Hektar

Mit gelben Jacken, hüfthohen Stiefeln, Gummihandschuhen und roten Mützen bekleidet und mit fast zehn Kilogramm schweren Handspritzen „bewaffnet", sind sie zum Wohle der Bürger Jahr für Jahr im Altrhein-Gebiet im Einsatz. Unterstützung erhalten sie auch aus der Luft - per Hubschrauber: Am Donnerstag trafen sich die Lingenfelder Schnaken-Bekämpfer zum Saison-Abschluss.

Mit dabei waren auch Römerberger Schnakenbekämpfer und Vertreter der Verwaltungen Römerberg sowie Lingenfeld. Schnaken-Obmann Manfred Stroh zeigte sich mit dem Verlauf der diesjährigen Aktionen zufrieden. Seinen Angaben zufolge leisteten die zehn Mitarbeiter im Alter zwischen 60 und 70 Jahren in der Zeit vom 15. April bis zum 20. August sieben mehrtägige Arbeitseinsätze. Sechs bis acht Helfer hätten sich jeweils daran beteiligt.

Den Gesamtaufwand beziffert Stroh, der bereits seit 33 Jahren aktiv ist, auf 930 Stunden - rund 70 Stunden weniger als im Jahr 2007: „2008 wurde die Bekämpfung per Hubschrauber auf einer Fläche von 409 Hektar und die Bekämpfung zu Fuß auf einer Fläche von 565 Hektar durchgeführt." Das Bekämpfungsgebiet habe eine Gesamtgröße von 350 Hektar sowie eine Länge von rund 14 Kilometern, sagt Stroh und informiert, dass die Einsätze bei Wasserständen zwischen 4,50 und 6,70 Meter stattgefunden hätten. Der Normalstand betrage 3,75 Meter.

„Vor jedem Einsatz notieren wir bei einer Geländebegehung auf einer Karte, wo ein Hubschrauber erforderlich oder eine Fußbekämpfung möglich ist", so der Obmann. Verletzte habe es bei den Aktionen keine gegeben. „Bei jedem Einsatz liegen aber einer oder zwei Helfer im Wasser", gibt er lächelnd zu. Auch die Begegnung mit Wildschweinen sei nicht selten. Dass er mit den Stiefeln auch schon „in Sumpfgebieten festgesessen" sei, verhehlt er ebenfalls nicht.

„Das ist schon ein Knochenjob", weiß Mario Ludwig, Regionalleiter der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) Rheinland-Pfalz. Seiner Meinung nach wird die globale Erwärmung auch durch das Mehr an Schnaken-Einsätzen deutlich: „Eine Bekämpfung geht schon fast in die andere über. Früher waren wir ab Mitte April bis Ende August im Einsatz. Heute sind die Helfer bereits Ende März bis in den September hinein tätig." Mit den Ergebnissen könne man in diesem Jahr unter dem Strich zufrieden sein, stimmt er Stroh zu. Die Empfindlichkeit der Menschen gegenüber Schnakenstichen habe jedoch zugenommen. Mit Tabletten, die bei der Verbandsgemeinde kostenlos erhältlich seien, könne jeder zu Hause selbst Schnaken beseitigen, sagt Stroh.

Was die Bekämpfung der lästigen Stechmücken betrifft, ist Lingenfeld Vorreiter und feiert in diesem Jahr 35-jähriges Bestehen: Bereits 1973 wurden nämlich durch den damaligen Ortsbürgermeister Hugo Fröhlig in Zusammenarbeit mit der BASF erste Großversuche zur Schnakenbekämpfung durchgeführt. Angeregt durch diese Initiative gründete sich im März 1976 die Kabs. Deren Aktionsgebiet erstreckt sich längs des Rheins von Freiburg bis Bingen. Von den Einsätzen profitieren rund 2,5 Millionen Bürger.

 

 

 
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