<<Leerzelle>>  

Landskrone, Rhein Main Presse, 22.5.08

Blutsauger reisen in Lastwagen mit
Ausbreitung der Tigermoskitos soll verhindert werden/ Einsatz gegen Schnaken

Der neue Feind der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) heißt Tigermoskito. Die Stechmücke kommt aus den Tropen, ist in Italien, der Schweiz und dem südlichen Baden-Württemberg angekommen, kann Gelbfieber, das Dengue-Fieber und das Chikungunya-Fieber übertragen und findet auch im milden Klima des Oberen Rheintals ideale Lebensbedingungen.
"In Oppenheim und Umgebung sind noch keine Tigermoskitos gesichtet worden", beruhigt Kabs-Experte Björn Pluskota. "Kontrolliert wird trotzdem", versichert der wissenschaftliche Direktor der Kabs, Dr. Norbert Becker.
Vor allem in dunklen Ecken von Wohnmobilen und Lastwagen reisen die Weibchen unerkannt mit. Aber auch Schiffscontainer und Altreifen sind ideale Transportmittel für die kleinen Blutsauger. Ihnen reichen nämlich schon kleinste Pfützen in alten Reifen, Getränkedosen oder verstopfte Dachrinnen, um dort ihre Eier abzulegen. Kommt dann der nächste Regenguss, schlüpfen die Larven. Länger als ein Jahr kann das Ei im Trockenen überstehen. "Müllsammelaktionen sind also ein kleiner Beitrag zur Vorbeugung", lobt Pluskota.
"Wenn sich eine Population ausgebildet hat, breitet die sich auch schnell aus, wie man in Italien gesehen hat", erklärt Pluskota. Deshalb hat die Kabs an Autobahnen und in Häfen so genannte Eiablagefallen aufgestellt, um die Einwanderung der Moskitos im Auge zu behalten.
Weit mehr als der Tigermoskito hält jedoch der alle Feind, die Rheinschnake, die Kabs auf Trapp. "Wir haben in diesem Jahr schon mehrfach Hubschraubereinsätze geflogen, um den Schnaken Einhalt zu gebieten", berichtet Dr. Norbert Becker. In der zweiten Aprilhälfte wurden sogar zwei Hubschrauber an dem Rhein-Stück zwischen Nierstein und Guntersblum eingesetzt. "Die katastrophalen Regenfälle rheinaufwärts haben zu starken Pegelschwankungen und damit zu vielen Einsätzen für uns geführt", verrät Becker. Mit dem Ergebnis ist er sehr zufrieden: "Wir konnten 98 Prozent der Larven abtöten. Durch den Einsatz des zweiten Hubschraubers wurden in den Oppenheimer Überschwemmungsflächen die Larven schon in einem sehr frühen Stadium erwischt. Es gibt zwar noch Schnaken, von einer Plage kann aber keine Rede sein." Becker erklärt, warum man dennoch am Rhein besonders in der Dämmerung ein leichtes Summen am Ohr vernimmt: "Am Kühkopf dürfen wir nicht sprühen. Und von da ist es nicht weit nach Ludwigshöhe und Guntersblum."
Für die nächsten Monate rechnet Becker noch mit vielen Schnakenbekämpfungseinsätzen entlang des Rheins. "Der Sommer hat ja grade erst angefangen. Jede Pegelschwankung bedeutet für uns Aktion. Aber wir sind gerüstet. Wir haben für den Bereich um Oppenheim zwei Hubschrauber parat. Wenn's eng wird, können wir noch einen dritten hinzuziehen", schaut er zuversichtlich in die nahe Zukunft.

Melden
Wer Tigermoskitos sieht, kann das der Kabs melden. Am besten, so die Kabs, fängt man ein Exemplar, steckt es in einen Briefumschlag und schickt es an folgende Adresse: Kabs e.V., Rathaus Waldsee, Ludwigstr. 99, 67165 Waldsee.


 

 

 
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