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t-online.de, 01.04.2008:
Asiatische Tigermücke
hat den Rhein erreicht
Am Rhein hat der alljährliche Kampf
gegen die Schnaken wieder begonnen - die Experten haben es dieses Mal
aber auch mit einem neuen Gegner zu tun. Die Asiatische Tigermücke,
die gefährliche Krankheiten übertragen kann, hat es über
die Alpen nach Deutschland geschafft. Vor einigen Monaten wurde sie
im badischen Rastatt erstmals nachgewiesen. "Wie groß die
Bestände sind, wird sich in den nächsten Wochen zeigen",
sagte der Direktor der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung
der Schnakenplage, Norbert Becker zu T-Online.
Überträger von Virus-Erkrankungen
Die Tigermücke ist aggressiv, sie attackiert besonders gerne Menschen,
und ihre Stiche sind besonders schmerzhaft. Wo sie auftaucht, kann sie
sich in wenigen Jahren zur Plage entwickeln. In ihrer Heimat, den Tropen,
verbreiten die Blutsauger gefährliche Krankheiten wie das Dengue-Fieber
oder Chikungunya, eine sehr schmerzhafte Virus-Erkrankung.
Vereinzelt auch Todesfälle
So war die Mückenart für die Chikungunya-Epidemie auf der
französischen Insel La Réunion verantwortlich. Bis September
2006 wurden dort etwa 266.000 Menschen infiziert, es gab 248 Todesfälle.
Auch bei dem ersten und bisher einzigen Chikungunya-Ausbruch auf dem
europäischen Kontinent in der italienischen Provinz Ravenna im
Sommer 2007 war die Asiatische Tigermücke der Überträger.
Bei dieser Epidemie waren etwa 300 Menschen erkrankt, für einen
89-Jährigen verlief die Virus-Erkrankung tödlich.
Trittbrettfahrer im Frachtverkehr
Nach Deutschland sind die Mücken vermutlich über die Alpen
gekommen - als blinde Passagiere mit Reisenden oder mit Frachtgut. Sie
gehört damit zu den Tierarten, die von der Globalisierung profitieren
und sich - als Trittbrettfahrer im modernen Güterverkehr - neue
Lebensräume erschlossen haben.
Italien stöhnt bereits
Seit etwa 1990 ist die Tigermücke in Italien heimisch und hat sich
über den gesamten Norden des Landes ausgebreitet. "Bis nach
Rom ist sie inzwischen der größte Plagegeist", sagt
Becker.
An die Kälte angepasst
Die ursprünglich in den Tropen beheimatete Tigermücke hat
sich auf ihrem Zug um die Welt an das Klima in gemäßigten
Breiten angepasst. Inzwischen nehmen die Zoologen an, dass das Insekt
auch in Gegenden überwintern kann, in denen die Durchschnittstemperatur
im Januar über dem Gefrierpunkt bleibt. In Deutschland ist das
zum Beispiel am Rhein und den angrenzenden Flusstälern regelmäßig
der Fall.
Mit Gift gegen die Larven
Die Experten von der Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage
versuchen jetzt, sich mit Hilfe von Fallen einen Überblick über
die Bestände zu verschaffen. Sie wollen der Mücke möglichst
bereits im Larvenstadium den Garaus machen. Dazu wird in den feuchten
Gebieten entlang des Rheins ein Granulat mit einem biologischen Fraßgift
verteilt, das den Darm der Tiere zerstört. Diese Methode habe sich
bei den heimischen Stechmücken bewährt und wirke auch bei
dem Exoten, sagte Becker. Da die Tigermücke allerdings unter anderem
auch in Baumhöhlen und alten Reifen brüte, sei sie schwieriger
zu erwischen. "Da kann man auch mal was übersehen", weiß
der Zoologe.
Quelle: http://nachrichten.t-online.de/c/14/65/90/72/14659072.html
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