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Die Rheinpfalz, 13.12.2007:
Hochwasser bringt Defizit für
Kabs - Waldsee: Mehrausgaben für Larvenbekämpfung
Mit einem Defizit von rund 400.000 Euro endet
das Jahr 2007 für die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung
der Schnakenplage (Kabs). Grund: Neun Hochwasserspitzen hat es in diesem
Jahr gegeben -und damit mehr als doppelt so viel wie in "normalen"
Jahren, sagte Dr. Norbert Becker, wissenschaftlicher Direktor der Kabs,
bei der Jahreshauptversammlung am Montag in der Waldseer Kulturhalle.
Mit einer Erhöhung der Umlagen will die Kabs dieses Defizit ausgleichen.
Im Vergleich zu früher hätten die Schnakenbekämpfer nach
jeder Hochwasserwelle nur noch eine Woche Zeit. "Das erfordert
eine Anpassung der Logistik", sagte Becker, der auf ein neues Computerprogramm
verwies, das eine gezieltere Bekämpfung vom Hubschrauber aus ermögliche.
Daraus und aus der Intensität der Bekämpfung resultierten
auch die höheren Kosten von rund 400.000 Euro für das Jahr
2007. Die Kabs komme daher nicht umhin, die Grundumlage und die Sonderumlage
für die Mitgliedsgemeinden zu erhöhen. Die Mitgliederversammlung
stimmte dem neuen Haushalt zu, der für das kommende Jahr die Erhöhung
der Grundumlage um fünf Prozent sowie eine Sonderumlage vorsieht.
Die Umlage ist nach Einwohnerzahl gestaffelt: Gemeinden mit weniger
als 1500 Einwohnern zahlen ab kommenden Jahr jährlich 3345 Euro
für die Bekämpfung der Schnakenlarven. Städte mit über
100.000 Einwohnern müssen 50.138 Euro für die Arbeit der Kabs
ausgeben. Die einmalige Sonderumlage ist 20 Prozent der Grundumlage.
Für die Kabs seien die Jahre 2005 und 2006 schon Rekordjahre gewesen,
aber 2007 habe diese Rekorde noch einmal übertroffen, sagte Kabs-Präsident
Dr. Paul Schädler. Unter den neun Hochwasserspitzen, die es in
diesem Jahr gegeben habe, sei das Hochwasser vom 12. August, bei dem
der Pegel schnell auf knapp acht Meter gestiegen ist, besonders eklatant
gewesen, so Becker. Geschlüpft seien dabei auch Larven von Eiern,
die 1999 abgelegt worden sind, dem letzten Mal, als das Wasser so hoch
stand. "Das brachte die Erkenntnis, dass Stechmücken-Eier
auch den Zeitraum von neun Jahren überdauern können."
Die Kabs-Mitarbeiter waren von März bis September im Einsatz. Laut
Becker konnte damit eine Reduktion der Stechmückenpopulation um
99 Prozent gegenüber unbehandelten Gebieten erreicht werden. 2007
wurden 260 Tonnen Bekämpfungsstoff mit zwei Hubschraubern ausgestreut.
Vier Lastwagen starteten jeden Tag um fünf Uhr morgens, um das
Eisgranulat zu ihnen zu bringen und so 98 Gemeinden zwischen dem Kaiserstuhl
und Rüdesheim mit dem Mittel zu versorgen. 250 Helfer waren an
84 Tagen im Einsatz und bekämpften auf 25.000 Hektar Fläche
die Larven - 17.000 davon mit Hubschraubern und 8.000 zu Fuß.
Die Stadt Rüdesheim steigt zum 1. Januar 2008 aus der Kabs aus.
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