Südwestdeutsche Zeitung, 05.12.2007:

Tigermücke am Rhein gelandet
Überträgt Tropenkrankheit


WALDSEE (mig). Die asiatische Tigermücke, Überträgerin der Tropenkrankheit Chikungunya, hat den befürchteten Sprung über die Alpen geschafft. Erste Ei-Ablagen wurden jetzt bei Rastatt entdeckt. Dies teilte gestern Norbert Becker, Direktor der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) in Waldsee (Rhein-Pfalz-Kreis) auf Anfrage mit.
Chikungunya hatte im Sommer in der norditalienischen Region Ravenna eine Epidemie ausgelöst, bei der über 300 Menschen erkrankten, ein 83-Jähriger sogar starb. Symptome sind hohes Fieber und Gelenkschmerzen. Seit sich der ursprünglich aus Afrika stammende Virus über moderne Transportmittel weltweit verbreitet, ist die Fieberkrankheit und die Population des Tiger-Moskitos'bei der "European Mosquito Control Association", von der es auch in Waldsee eine Arbeitsgruppe gibt, ein ernstes Thema. In Ravenna wurden Larven der Mücke mit Bti-Granulat bekämpft, mit dessen Hilfe die KABS schon seit über 25 Jahren die Schnaken am Rhein in Schach hält. Die Epidemie in Italien ist abgeklungen. Ob sie nächstes Jahr wieder aufflammt, hängt nicht zuletzt damit zusammen, ob sich die Viren auch in abgelegten Eiern befinden. Auch entlang des Rheines sollen potentielle Entwicklungsorte des Blutsaugern mit Bti bekämpft werden.



 

 

 
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