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Die Rheinpfalz, 15.08.2007:
Schnakenjäger im Großeinsatz
Ludwigshafen: Kabs muss Bekämpfungsmittel
in USA besorgen
Hochwasser, Wärme,
reichlich Regen - für Schnaken herrschen derzeit paradiesische
Zustände. Nicht nur im Rhein-Pfalz-Kreis. Für die Kabs, die
Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage,
bedeutet dies: Großeinsatz. Einige Helfer wurden eigens aus dem
Urlaub zurückgeholt.
Mit zwei Hubschraubern
und 250 Helfern kämpft die Kabs zwischen dem Kaiserstuhl im Süden
und Bingen im Norden gegen die drohende Schnakenplage, knapp 20 Helfer
werden allein für den Rhein-Pfalz-Kreis gebraucht. Der Auslöser
für den Großeinsatz: das Hochwasser des Rheins. "Wir
haben große überschwemmte Gebiete mit einer riesigen Menge
an Larven", sagt Kabs-Direktor Norbert Becker. An manchen Stellen
hätten die Mitarbeiter 1000 Larven in einem Liter Wasser gemessen.
"Wir tun unser Bestes und gehen davon aus, dass wir 90 Prozent
abtöten können." Dennoch werde die Bevölkerung in
knapp zehn Tagen die Mücken stärker spüren als heute,
schätzt Becker. "Das lässt sich nach so einem Hochwasser
einfach nicht verhindern."
Momentan sind die Schnakenbekämpfer dabei, die Hochwassergebiete
entlang des Rheins abzufliegen. Vermutlich morgen beginnt einer der
beiden Hubschrauber mit der Arbeit im Rhein-Pfalz-Kreis und verteilt
in Bobenheim-Roxheim, Waldsee, Altrip, Neuhofen oder Römerberg
das Schnakenbekämpfungsmittel. "Dieses Mittel - Eisgranulat
und den Wirkstoff BTI - produzieren wir seit einer Woche 24 Stunden
am Tag", berichtet Kabs-Präsident Paul Schädler. Wegen
des Hochwassers musste die Kabs BTI in großen Mengen nachkaufen,
teilweise im Ausland, etwa in Antwerpen und sogar in Chicago, USA.
Während also für die Schnaken - aufgrund des Hochwassers und
des Klimas - alles, optimal läuft, ist die. Kabs im Dauerstress.
Ein Hubschrauberpilot wurde aus dem Urlaub zurückgeholt, einige
Helfer für die Arbeit am Boden ebenso. "Das ist normal",
sagt Becker. "Die müssen einsatzbereit sein, wie bei der Feuerwehr."
Denn gerade jetzt wird jeder Mann gebraucht. Zunächst muss kontrolliert
werden, wie viele und wo die Larven in den Regionen zu finden sind.
Dann kommt der Hubschrauber und wirft das Granulat über den betroffenen
Stellen ab. "Diesmal sind Gebiete überschwemmt worden, die
seit neun Jahren nicht unter Wasser standen", erklärt, Becker.
Die Larven hätten, dort entsprechend lange im Erdreich gelegen
und seien nun schlüpffähig. "Das bestätigt unsere
These, dass Larven bis zu zehn Jahre überleben können."
Es ist nicht das erste Mal, dass die Kabs in diesem Jahr auf Hochtouren
läuft und fliegt. Acht Hochwasserwellen schwappten 2007 durch den
Rhein. Becker: "'Für uns ist das ein Rekordjahr." Und
ein teures Jahr. "Unsere finanziellen Reserven sind verbraucht",
erklärt Paul Schädler. Die Kabs werde daher die Gemeinden
um zusätzliches Geld bitten. "Ich denke nicht, dass es dabei
Schwierigkeiten gibt. Die Gemeinden geben zwar nicht gerne, aber dort,
wo es notwendig ist, geben sie etwas." (hti)
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