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Badische Neueste Nachrichten, 28.03.2007

Die Blutsauger sind schon unter uns
Schnakenbekämpfung startet früher als bisher üblich

Kreis Karlsruhe. So früh waren die Schnaken selten dran: Aufgrund der relativ hohen Temperaturen der vergangenen Wochen und Monate haben sich die Larven früher als sonst üblich entwickelt - und dabei nicht zuletzt von einem frühen Rheinhochwasser profitiert.
Im März sind erste Rheinschnaken geschlüpft, schon im Februar gar die ersten Waldschnaken, berichtet der wissenschaftliche Leiter der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS), Norbert Becker.
Der versichert dennoch: Der Landkreis Karlsruhe muss vorerst keine Invasion der Blutsauger fürchten, "wir haben alles im Griff". Becker hat seine Mitarbeiter in den vergangenen Tagen bereits zu Bekämpfungsflügen entlang des Rheins losgeschickt. "Wir beobachten, dass wir immer früher im Jahr loslegen müssen und zudem immer später aufhören können", sagt der Experte, der diese Entwicklung auf den Klimawandel zurückführt. "Wenn es länger warm ist und wir oft Hochwasser haben, entwickeln sich die Schnaken gut." Und genau dies sei immer häufiger der Fall: "2006 hatten wir zwölf Hochwasserspitzen. Bisher waren vier üblich", sagt Becker, dessen Institution seit 1976 den Tierchen zu Leibe rückt. Nach der Plage 1975 gründeten Städte, Gemeinden und Landkreise die KABS, die entlang einer Strecke von etwa 300 Rhein-Kilometern zwischen Bingen im Norden und Offenburg im Süden die Blutsauger bekämpft. Erste Einsätze in diesem Jahr wurden rund um die Stadt Karlsruhe sowie bei Eggenstein geflogen. Erstmals war dabei ein Hubschrauber im Einsatz, der mit einem Satelliten gesteuerten Navigationssystem ausgestattet ist.
"Wir haben die Brutstätten digital erfasst", erklärt Becker. Die Piloten könnten so die Gebiete gezielt anfliegen. Das Gros der Arbeit wird von der Luft aus getätigt. Die "Schnakenwehr" am Boden bekämpft heute weniger, sie kontrolliert eher das Ergebnis. Rund 15 Kilo Eisgranulat werden pro Hektar eingesetzt, um den Schnaken den Garaus zu machen. Den meisten zumindest: "Zwei bis drei Prozent überleben", sagt Becker. Und da schon jetzt bei Karlsruhe rund 200 Larven pro Liter Wasser gezählt wurden, sind eben doch einige Blutsauger in der Region unterwegs. Ob es noch mehr werden, ob die KABS zu weiteren Bekämpfungsflügen aufbrechen muss, entscheidet nun das Wetter: Hohe Temperaturen und Hochwasser - das mögen Schnaken.


 

 

 
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