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>> Geschichte der Stechmückenbekämpfung und der KABS
 

Aufgrund der erheblichen Belästigungen durch Stechmücken, die die Menschen am Oberrhein seit Jahrhunderten erleiden mussten, wurde schon sehr früh über Maßnahmen zu deren Eindämmung nachgedacht.

Jedoch war man erst im Jahr 1910 soweit eine „Vereinigung zur Bekämpfung der Stechmücken- oder Schnakenplage“ zu gründen. Diese Vereinigung nannte sich ab 1936 „Vereinigung zur Bekämpfung der Stechmückenplage“ nannte, deren Sitz Mannheim war. Die Bekämpfungsmaßnah men waren damals in eine Winter- und eine Sommerbekämpfung untergliedert. Bei der Winterbekämpfung wurden die Kellerräume und –wände ausgeräuchert bzw. mit einem Insektizid (Floria-Insektizid) besprüht. Die Sommerbekämpfung wurde mit dem damals verwendeten „Schnakensaprol“ (einem Erdöldestillat) durchgeführt. Sie war allerdings nicht sehr erfolgreich.

In den Folgejahren wurde z.T. auch über Polizeiverordnungen eine Stechmückenbekämpfung im häuslichen Umfeld angeordnet.

Nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges gab es allerdings keine Maßnahmen oder Organisationen mehr, die die Bekämpfung der Plageerreger zum Ziel hatten.

Erst nach der verheerenden Schnakenplage im Jahre 1975 wurde der Ruf nach einer effektiven Bekämpfung immer lauter.

Im gleichen Jahr brachte der damalige Landrat des Kreises Ludwigshafen, Dr. Paul Schädler, Bürgermeister des Rhein-Neckar-Raums zusammen, um die Möglichkeit einer Zusammenarbeit in dieser Hinsicht zu erörtern.

Aus diesem Gespräch resultierte letztlich die Gründung der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e. V. am 11. März 1976 in Philippsburg mit 20 Körperschaften als Gründungsmitglieder.



Wichtigste Punkte der Vereinssatzung waren:

  • ökologischen Belangen bei der Güterabwägung mit den Interessen der Bevölkerung einen hohen Stellenwert einzuräumen;
  • keine Festlegung auf eine bestimmte Bekämpfungsart zu treffen, sondern diese nach dem jeweiligen Stand der Wissenschaft und der nach praktischer Erfahrung besten Methoden anzupassen, sowie
  • Überlegungen zu natürlichen Bekämpfungsformen zu treffen.

Unter der Federführung von Dr. Wolfgang Schnetter wurde das „Liparol“ entwickelt. Dabei handelte es sich um ein Lipidgemisch, welches auf die Oberfläche der Brutgewässer aufgebracht wurde und das Luftschöpfen dar auf Luftsauerstoff angewiesenen Stechmückenlarven und –puppen verhinderte. Diese Methode war jedoch leider nicht spezifisch und erreichte im Feldeinsatz nicht die erwünschte Effektivität.
Mit der Entdeckung des Bacillus thuringiensis israelensis (B.t.i.) im Jahr 1976 durch Dr. Yoel Margalit gelangte man an ein neues, mächtiges Werkzeug zur Stechmückenbekämpfung, welches an der Universität Heidelberg seit 1978 in zahlreichen Labor- und Feldversuchen für den Großeinsatz am Oberrhein untersucht und vorbereitet wurde. Heute wird die Bekämpfung ausschließlich mit Produkten durchgeführt, die auf dem umweltfreundlichen und hoch spezifisch wirkenden B.t.i. basieren.

 

 
   
   

 

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