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>> Warum Stechmückenbekämpfung?  

In den Tropen und Subtropen sind Stechmücken Überträger (Vektoren) gefährlicher Krankheiten, wie Malaria, Dengue- und Gelbfieber, lypmphatischer Filariosen (Wurmerkrankung) und Encephalitis.

In Deutschland haben die Stechmücken als Krankheitsüberträger bisher keine oder eine nur untergeordnete Bedeutung. Gelegentlich kann es durch das Aufkratzen der Quaddeln zu Sekundärinfektionen kommen, teilweise können gar allergische Reaktionen auftreten. Jedoch kann auch eine Übertragung von Krankheiten durch Stechmücken (z.B.- Tahyna-Viren) nicht ausgeschlossen werden und ist sogar wahrscheinlich. Das Tahyna-Virus wurde wiederholt in Aedes-Arten (u.a. in Aedes vexans) nachgewiesen. Eine Infektion führt zu fieberhaften Erkrankungen bei Kindern und Erwachsenen. Auch Tierkrankheiten können durch Stechmücken übettregen werden. Als Beispiel sei hier die durch Anopheles-Mücken übertragene Viruserkrankung Kaninchen-Myxomatose genannt.

Klimaveränderungen, eine aufgrund der weltweiten Vernetzung und der Globalisierung von Wirtschaft und Tourismus „zusammengerückte Welt“ zeigen am Beispiel von Aedes albopictus jedoch das von Stechmücken ausgehende Gefahrenpotential deutlich auf. Diese ehemals im tropischen Asien angesiedelte Mückenart, hat sich über Altreifentransporte zunächst in die USA und dann bis nach Europa ausgebreitet. In Italien entwickelt sich diese Mückenart in künstlichen Wasseransammlungen im Bereich menschlicher Siedlungen. Neben ihrer Vektorkompetenz (Überträger von Dengue-Fieber) ist auch ihr Potential als Lästling bemerkenswert. In Frankreich wurde Aedes albopictus ebenfalls schon gefunden. Für Deutschland fehlen bis heute Nachweise.

Seit Jahrhunderten leiden Menschen unter Stechmückenplagen, wobei das Ausmaß der Plage die Grenzen des Erträglichen oft weit übersteigt und somit die Lebensqualität der Menschen stark beeinträchtigt. Hauptbetroffene sind häufig die Bürger von Gemeinden im Einzugsbereich von Seen- und Flusslandschaften, die ausgedehnte Überschwemmungsflächen aufweisen. Als Beispiele seien hier die Auengebiete in der Oberrheinebene sowie der Chiemsee angeführt.

Besonders drastisch können Stechmückenplagen, wie Untersuchungen am Oberrhein gezeigt haben, das Freizeitverhalten der Menschen beeinflussen, da zahlreiche Freizeiteinrichtungen (z.B. Parkanlagen, Schwimmbäder, Tennisplätze, u.a.) nur eingeschränkt genutzt werden können. Es sprechen jedoch auch wirtschaftliche Gründe für eine umweltverträgliche Stechmückenbekämpfung. Ökonomische Einbußen sind vor allem im Gaststättengewerbe und bei Naherholungsanlagen, aber auch bei land- und forstwirtschaftlichen Betrieben sowie bei Industrieanlagen zu verzeichnen. Das öffentliche Interesse an einer Bekämpfung der Stechmücken ist daher seit jeher sehr groß.

Durch die Anwendung selektiver mikrobiologischer Präparate und einer an den ökologischen Gegebenheiten ausgerichteten Bekämpfungsstrategie, die von Biologen realisiert wird, stehen der Bekämpfung der Stechmücken keine überwiegenden Belange der Landespflege entgegen. Durch die starke Massenvermehrung der Stechmücken in hochwasserreichen Jahren ist dagegen aus Gründen des Wohles der Allgemeinheit und zur Herstellung von gleichwertigen Lebensbedingungen für die betroffenen Menschen eine Bekämpfung erforderlich.

 

 
   
   

 

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